Thyreoiditis de Quervain

Thyreoiditis heißt auf deutsch Schilddrüsenentzündung. De Quervain kommt vom Schweizer Chirurgen Fritz de Quervain (1868 – 1940), der diese Krankheit das erste Mal beschrieben hat. „Dö Kervä“ spricht man das aus.

 

Auf Lateinisch heißt sie (was sich ähnlich schwierig im Mund anfühlt) „subakute granulomatöse Thyreoiditis“, eine Beschreibung ihres Verlaufs und dessen, was man unter dem Mikroskop von der Krankheit sehen kann. „Subakut“ heißt, dass sie nicht so schnell ausheilt wie erwartet, aber dann, wenn sie es tut, auch wieder ganz verschwindet im Gegensatz zu chronischen Erkrankungen. „Granulomatös“ nennt man eine knotige Art der Entzündung, wie man sie früher oft bei Tuberkulose, Mykoplasmose und anderen Krankheiten gesehen hat, die auch auf Antibiotika ansprechen können, aber nicht durch klassische Bakterien hervorgerufen werden. Hier beginnt schon die Schwierigkeit mit dieser Krankheit. Wenn der Kassenarzt so etwas sieht, packt er fast automatisch das Antibiotikum aus und die Sache hat sich ja dann meist innerhalb weniger Tage erledigt. (Dass die Gabe eines Antibiotikums eigentlich Oberflächenkosmetik bedeutet und dann mitunter in Folgekrankheiten mündet, die die Patienten über kurz oder lang zum Naturarzt oder Heilpraktiker führen, wollen wir hier aber gar nicht vertiefen.) Interessant bei der de Quervain ist: Hier hilft das Antibiotikum gar nicht. Egal, welches Antibiotikum. Und es wurde auch kein Erreger nachgewiesen, dessen Resistenz man gegen ein Antibiotikum hätte prüfen können. Ganz im Gegensatz zu anderen Entzündungen, wo man einen Erreger im Blut nachweisen kann. Deshalb ist bei der Thyreoiditis de Quervain auch der Kassenarzt der Meinung, dass diese Krankheit nicht durch Bakterien erzeugt wird. Vielleicht aber durch Viren? Genaues weiß man nicht. Klar wird aber auch dem Schulmediziner sein, dass es normalerweise keine granulomatöse Entzündung gibt, die durch Viren ausgelöst wird. Es sei denn, man hat es nicht nur mit einer Virusinfektion zu tun, sondern auch mit einer so heftigen Gewebszerstörung in Verbindung mit Autoimmunvorgängen, wo der Körper erkranktes Gewebe mit Bindegewebe „zumauert“. Solche Granulome sind dann Narben. Könnte es sich bei der Thyreoiditis de Quervain um einen so heftigen Vorgang handeln? Nein, so zerstörerisch ist sie nur im Ausnahmefall. Eigentlich verläuft sie fast immer relativ milde. Sie ist ja meist eher der Hauch einer Entzündung, und verlässt das Gewebe rasch wieder ohne deutliche Narben. Nur bei schweren Verläufen sieht man diese Narbenstränge, aber die sehen nicht mehr wie Knötchen aus, sondern eher wie Sümpfe mit weichem Gewebe und mit Entzündungswasser. Hier passt das Bild nicht zu dem, was wir sonst von „granulomatös“ verlaufenden Erkrankungen kennen. Und damit befinden wir uns an einem Punkt, wo die Sache für den Schulmediziner nun keinen Sinn mehr macht und er sich auf den Spruch des Sokrates zurückzieht: Ich weiß, dass ich nichts weiß. In diesem Fall bin ich völlig ahnungslos, habe nicht die geringsten Denkansätze, diese Vorgänge zu verstehen. Und damit Schluss.

Was tun? Auch der Kassenarzt unterliegt dem Druck des Handelns. Der Patient kommt zu ihm, um Hilfe zu bekommen, und sucht dabei eine rasche Lösung. Der Mensch leidet und die Entzündung muss weg. Also versucht der Arzt jetzt im Regelfall therapeutisch an die Sache so heranzugehen, dass er mit Arzneien die Entzündungsmechanismen des Körpers stört. Wohl wissend, dass diese ja aus einem bestimmten Grunde in Gang gekommen sind. Hier wird die Medizin, wenn wir es offen gestehen wollen, unehrlich und zum Betrug am Patienten. Denn die Lösung, die nun „gefunden“ wird, ist keine, spiegelt eine Lösung nur vor. Es ist so, als würde man von Seiten der Politik sagen: Das Verbrechen nimmt Überhand, ich schaffe die Polizei ab, dann gibt es keine Auseinandersetzungen mit den Schurken mehr. Leben mit der Mafia – so muss man die nun folgende landläufige Therapie der Thyreoiditis de Quervain mit Aspirin, Ibuprofen und ähnlichen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) nennen oder gar mit Cortison und seinen Abkömmlingen, den körpereigenen Entzündungshemmern. Damit bringt man gewiss in den meisten Fällen Stillstand in die Entzündung der Schilddrüse, die Schmerzen hören auf, und der Patient ist dankbar. Je länger diese „Therapie“ allerdings anhält, desto stärker spürt der Betroffene, dass sie nicht richtig sein kann. Dass er durch das Lahmlegen des Immunsystems Probleme und neue Krankheiten entwickelt als nächstes Glied einer Erkrankungskette, die dann weit schwieriger zu heilen sein wird. Und die Effektivität dieser Therapie ist auch nicht gar so groß. Viele Menschen mit de Quervain nehmen Aspirin und Konsorten und haben trotzdem weiterhin Probleme beim Schlucken und Schmerzen im Bereich der Schilddrüse. In dem Fall wissen die Kassenärzte ohnehin nicht mehr weiter. Vielleicht schickt einer den Patienten dann noch zum anderen Kassenarzt, der das Gleiche noch einmal verschreibt. Aber hat das auch kein Erfolg, dann gelten Sie als de Quervain-Patient als unheilbar. Schreckliches Wort. Immerhin hört die Krankheit ja statistisch gesehen auch wieder mal von selber auf, das ist ein kleiner Trost für Sie und auch für die Ärzte, die für Ihre Krankheit keine effektive Behandlung finden konnten. Das heißt also, entweder es wird schnell wieder von selbst gut, oder man lebt eben damit. Oder man findet einen Naturarzt oder Heilpraktiker, der sich mit diesen Krankheiten beschäftigt und kauft ein Buch wie dieses. Hier werden Sie einiges hören und ausprobieren können, was Ihnen hilft, die Krankheit zu überwinden. Und das ohne Nebenwirkungen oder andere Schädigungen.

Als langjähriger ganzheitlicher Schilddrüsentherapeut sehe ich diese Krankheit immer wieder. Aber sie ist keineswegs häufig. Wenn 100 Menschen mit einer Schilddrüsenentzündung in die Praxis kommen, haben 99 davon Autoantikörper gegen Schilddrüsengewebe. Es handelt sich in diesen Fällen um die weit bekanntere Hashimoto-Thyreoiditis. Und einer von 100 leidet dann an einer de Quervain. Er hat keine Antikörper und keine klare Krankheitsursache – zumindest unter schulmedizinischen Gesichtspunkten. Aber die gelten in meiner Praxis ohnehin nicht ganz so stark wie beim Kassenarzt. Mir ist es wichtiger, die Krankheit zu verstehen, und wenn das gelingt, ist die Heilung nicht mehr fern. Dazu können auch Laborwerte und andere Befunde hilfreich sein. Am Wichtigsten aber ist das Gespräch. Am Wichtigsten sind die Fragen: Seit wann, was hat damals belastet, worauf könnte diese Erkrankung eine Reaktion sein? Denn Krankheit ist – zumindest ist das meine Erfahrung – immer eingebettet in einen psychosomatischen Zusammenhang. Was will der Mensch mit dieser Krankheit ausdrücken?

Der Begriff des „Ausdrückens“ wird im Alltag häufig genutzt für den Vorgang des „in Worte Fassens“. Der seelische Vorgang wird zum Laut, zum Wort, und kommt damit in die Welt, wird dort von den „Antennen“ der Umgebung aufgefangen – vielleicht auch von jenen Menschen, auf die es auf dem Weg zur Heilung ankommt. Vor allem aber kommt es bei der Heilung auf einen selbst an. Etwas auszusprechen hilft einem, den Konflikt aus dem Inneren und damit aus dem Körper zu verbannen, sich zu entlasten. Man drückt sich nicht nur aus, sondern drückt den Konflikt auch in die Welt hinaus. Dieser Vorgang hat die allergrößte Bedeutung bei Krankheiten wie der de Quervain, die ja in der Nähe der Sprechorgane angesiedelt ist. Unter naturheilkundlichen Gesichtspunkten halten wir uns hier in einem Bereich auf, der vom Element Luft regiert wird. Die feuchtwarme Luft, die von Nase und Mund her bis in die Lunge strömt als Lebenselixier, das im Bereich des Halses, und das unmittelbar auf der Höhe der Schilddrüse auch von Feinden abgeschnürt werden kann, wird unter diesem Gesichtspunkt zum Sinnbild des Lebens schlechthin. Krankheiten in diesem Bereich sind Manifestationen des emotionalen Erstickens. Wenn es einem Kranken dann aber gelingt, einen seelischen Konflikt dieses „Erstickens“, dieses „innerlichen Zugrundegehens“ in Worte zu fassen, wird das eine besonders stark entlastende Wirkung haben, vor allem, wenn wir es mit einer Krankheit zu tun haben, die in der Schilddrüse angesiedelt ist, jenem Organ, das sich unter dem Kehlkopf halb um die Luftröhre legt. Jenes Organ, das durch die Produktion von Schilddrüsenhormon eine weitere Form des Lebenselixiers in den Körper schickt, nämlich das für jede Zelle verständliche, an eine Aminosäure gekoppelte Jod, das uns warm, feucht, leistungsfähig, wach und sinnlich macht. Eine akute Entzündung der Schilddrüse stellt die nonverbale Form einer Empfindung dar, die man in Worte fassen könnte wie: Ich werde in meiner Selbstentfaltung, in meinem Lebensgefühl gehemmt durch einen Konflikt, der Zurückhaltung und Dienstbarkeit fordert. Zwar kriege ich davon „so einen Hals“, aber ich kann nichts machen, ich muss damit leben, weil ich nichts ändern kann, und weil ich pflichtbewusst bin und so eingeschränkt handeln muss aus „gutem“ Grund. Zum Beispiel nichts sagen, obwohl es gut wäre, die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen. Oder schon so oft darüber gesprochen zu haben, doch das Wort hat nichts geändert und ich ersticke daran. Diese nonverbale Form des Protests hat sich als Krankheit eingestellt, weil man entweder das Wichtige nicht in Worte fassen, nicht formulieren konnte, oder man das versucht hat und gescheitert ist. Nun muss eben die Krankheit die Umgebung darauf aufmerksam machen, wie ernst es einem damit ist.

Der Bereich des Halses dient ja vor allem der Kommunikation. Ist diese gestört, hört die Kommunikation aber nicht auf, sondern geht auf einer anderen Ebene weiter. Und das ist in vielen Fällen eine Krankheit, die hier entweder sichtbar wird oder zumindest in diesem Bereich versteckt vorliegt. An dieser Stelle wird es in Bezug auf Schilddrüsenentzündungen im Allgemeinen sehr interessant, denn die so häufige Hashimoto-Thyreoiditis ist eher eine verborgene Krankheit, die vor sich hin wühlt, bis sie mit Schwäche oder Ängsten die Umgebung darauf aufmerksam macht, dass man es nicht mehr schafft, dass man nicht mehr mitspielt, dass man seine Rolle im Leben nicht mehr erfüllen kann. Die Thyreoiditis de Quervain hingegen ist eine offen zutage tretende Krankheit, macht durch Schmerzen und akute Schwäche wie bei einem grippalen Infekt auf sich aufmerksam, ist ein Hilferuf, der vielleicht nicht wohlformuliert zur leicht verständlichen Klage wird, aber immerhin drastisch auf sich aufmerksam macht und dadurch auch schneller wieder heilen kann. Eine Entzündung, die ein Leiden am Leben ausdrückt, das mit dem Erkranken bearbeitet und dabei in den meisten Fällen auch aufgearbeitet wird und ausheilen kann. Und in Fällen, in denen das nicht zeitnah passiert, hilft es mitunter schon, auf diese Zusammenhänge aufmerksam zu machen – wie ich es eben tue. Dabei kann Katharsis eintreten, jene innere heilende Befreiung, mit der eine Krankheit in kürzester Zeit den Körper verlassen kann wie ein Alpdruck, der auf einem lastet, bevor er sich verflüchtigt. In Fällen, in denen aber das geistige Begreifen nicht ausreicht, gibt es Arzneien, die den Heilvorgang antreiben, ihn beschleunigen und abschließen helfen.

Ursachen

Genetik?
Man liest häufiger, dass es eine angeborene Schwäche der Schilddrüse gibt, wo auch eine de Quervain häufiger vorkommen kann. Menschen, bei denen die Schilddrüse die Achillesferse ist, und oft als erstes erkrankt, bevor andere Organe in Frage kommen. Der Genotyp wäre, wie man meint, HLA B35. Klingt gut und überzeugend, aber wenn man sich etwas näher damit auseinandersetzt, merkt man, dass damit eigentlich noch gar nicht viel gesagt ist und die Genforschung noch ziemlich am Anfang steht. Erkenntnisse wie diese kommen derzeit noch aus winzigen Studien, eigentlich müsste man eher sagen, Beobachtungen. Im Libanon gab es beispielsweise eine Familie von drei Kindern, die innerhalb von eineinhalb Jahren eine de Quervain hatten1. Und siehe da, sie alle wiesen den gleichen HLA-Typ auf, nämlich B35. Schön für den, der die Studie veröffentlicht hat. Vielleicht ist er damit Professor geworden, oder man hat ihn zumindest auf einen Kongress eingeladen. Aber mit Wissenschaft hat das eher nichts zu tun. Die Studie beweist nur, dass die Kinder genetisch verwandt sind. Warum sie alle eine de Quervain entwickelt hatten, wird man daraus nicht entnehmen können, aber dafür wird es Gründe geben. Andere Studie: In Japan2 kamen innerhalb von zwei Jahren 56 Menschen mit de Quervain in die Klinik. 40 davon hatten HLA B35, 9 hatten HLA B67 und 7 was anderes. Klingt schon besser, ist zumindest auffällig. Wichtiger wäre es aber beispielsweise zu wissen, wie häufig die einzelnen HLA-Typen in Japan vorkommen. Trotzdem ist es interessant zu sehen, wie häufig der Genotyp HLA B35 bei Menschen mit Thyreoiditis de Quervain vorkommt. Da will man nicht gerne an einen Zufall glauben. Ich lese im Laborlexikon3, dass das Risiko, eine de Quervain zu entwickeln, bei Menschen mit HLA-B35 Gen-Typ etwa 14 x höher sei als bei anderen Menschen. Ich glaube gerne, dass die Zahl stimmt. Wahrscheinlich wäre es überhaupt interessant, zu sehen, ob diese Veranlagung auch andere Schilddrüsenerkrankungen wahrscheinlicher macht. Trotzdem gefällt mir diese Denkweise einer genetischen Determiniertheit von Krankheiten nicht sehr. Denn der Schluss, den die Menschen daraus ziehen, ist der: Ich habe HLA B35, also muss ich an der Schilddrüse krank werden. Das ist aber überhaupt nicht gesagt. Es ist weit wahrscheinlicher, dass man nicht erkrankt. Die Furcht vor der Krankheit wird hier leider weit schwerwiegender als das Risiko der Krankheit. Denn wir fürchten immer zu 100%, und die Wahrscheinlichkeit, an der de Quervain zu erkranken, liegt unter 1 %. [2]
Was ist also der Sinn dieser genetischen Informationen? Sie besagen keinesfalls, dass jemand, der dieses genetische Merkmal hat, auch eine de Quervain bekommen muss. Und auch nicht, dass einen eine andere Genetik schützt. Interessant sind sie also für den Fachmann, wenn auch nicht unbedingt hilfreich, wenn es um die Frage der Heilung geht. Denn da kann ein Fachmann leicht zur Einstellung gelangen: Diese genetisch „Minderbemittelten“ sind unheilbar. Und das wäre grundfalsch, wie die Behandlungspraxis zeigt. Denn egal welchen genetischen „Hintergrund“ ein Mensch hat: Gesund werden kann jeder, wie man ja vor allem bei der de Quervain tagtäglich feststellen kann.

Virale Infektion?
Man liest überall, dass die Thyreoiditis de Quervain wohl durch eine akute Virusinfektion ausgelöst werde. Weil es eine Entzündung ist, die saisonal gehäuft auftritt und sich auch wieder in der Regel bald zurückbildet. Irgendeine Form von Nachweis eines Virus wurde zwar versucht, doch der ist bislang nicht gelungen. Das heißt also, dass wissenschaftlich immerhin halbwegs gründlich nachgewiesen ist, dass es sich nicht um eine virale Infektion handelt. Dafür spricht ja auch, dass wir es, wie schon in der Einleitung gesagt, mit einer granulomatösen Entzündung zu tun haben, die man eher bei anderen Erregern findet. Aber auch Parasiten, Riesenbakterien, Pilze oder ähnliches hat man bei der de Quervain noch nicht gefunden.

Was aus meiner Sicht für eine virale Infektion sprechen könnte, ist die Tatsache, dass die Lymphknoten um die Schilddrüse bei dieser Erkrankung geschwollen sind als Ausdruck einer Immunabwehr gegen einen Eindringling, der zumindest kein Bakterium ist. Man findet solche Erscheinungen aber auch bei schweren Störungen des Immunsystems wie gut- oder bösartigen Lymphomen, man findet sie bei bakteriellen Erkrankungen – und mitunter auch bei Entzündungen ohne Erregernachweis, als Ausdruck des Alarms, der durch das Immunsystem schallt. Kurz gesagt: Wir wissen es nicht, was hier Ursache ist. Zumindest aus schulmedizinischer Sicht.

Die ganzheitliche Sicht

Wer sich in der alten Heilkunst auskennt, wird nicht ganz so ratlos sein wie der moderne Wissenschaftler. Ihm steht eine Systematik der Krankheiten und des Heilens zur Verfügung, die vor mehreren Jahrtausenden entwickelt wurde, und aus der sich ein klares Bild jeder Krankheit erzeugen lässt. Eine Naturheilkunde, die dementsprechend auf der griechischen Lehre von den Elementen aufbaut, wird schon aus den wissenschaftlichen Daten einige Hinweise in Bezug auf mögliche Ursachen dieser Erkrankung finden können.

Frauen erkranken häufiger

Die de Quervain tritt bei Frauen etwa fünfmal häufiger auf als bei Männern. Frauen sind nach der Elementelehre dem Element Wasser zuzuordnen, also feucht, und die Männer feurig, also trocken. Die Schilddrüse ist ein Organ der Luft, also ebenfalls feucht. Wenn in ihr „Hitze“ auftritt, also eine Entzündung, dann führt das zu Schwellung und Flüssigkeitseinlagerung. Das ist das Bild der Thyreoiditis de Quervain. Männer haben also sozusagen von ihrer Grundveranlagung her weniger Neigung zu einer feuchten Entzündung. Diese Krankheit ist also weiblich.

Jahreszeitliche Häufung

Dann tritt die de Quervain vor allem im Frühjahr auf, einer Zeit, in der das Element Luft in der Natur überschießend wirkt, das heißt, die zurückkehrende Sonne die Feuchtigkeit des späten Winters aufheizt. Ein feuchtwarmes Organ wie die Schilddrüse reagiert hier am Ehesten, da es in ihm nun überschießend zur Überhitzung kommt. Nach der Elementelehre ist das Frühjahr in der gemäßigten Klimazone vergleichbar der Jugend eines Menschen, dessen Leben einen Bogen beschreibt von der Geburt bis zum Tod über Lebensstadien, die jeweils im Zeichen von Wasser, Luft, Feuer und Erde stehen. Vieles daran erkennt man an den Veränderungen des Körpers in dieser Zeit, aber auch an den Krankheiten. Ich habe hier in meinem Buch „Kraft und Balance der Elemente“ viel Näheres geschrieben, möchte mich aber an dieser Stelle auf das Wesentliche beschränken. Hier zeigt sich die Verwandtschaft zwischen Kindern und Frauen. Vielen Frauen gelingt es, sich die Lebendigkeit, die Frische, die Schönheit der Jugend länger zu bewahren. Die Anknüpfung an das, was Leben bedeutet. Das zeigt sich besonders dann, wenn es um Krankheiten und die körpereigene Fähigkeit geht, sie zu überwinden. Kinder und Frauen reagieren beim Erkranken heftiger, setzen starke Mechanismen in Gang und brauchen als Heilmittel viel niedrigere Dosierungen chemisch wirkender Arzneien. Vor allem neigen sie stärker zu Entzündungen. Die Thyreoiditis de Quervain ist vergleichbar mit einer anderen granulomatösen Entzündung, die vor allem in der Jugend vorkommt, der „Blinddarmentzündung“, die akute Appendizitis. Diese ist ebenso heftig und überschießend an Hitze, und muss operiert werden, weil der Darm hier leicht durchbricht. Die Schilddrüsenkapsel verhindert einen ähnlichen Vorgang bei der de Quervain. Auch bei der akuten Appendizitis weiß der Kassenarzt auch nicht so genau, warum sie eigentlich vorkommt. Der Naturheilkundler aber sieht auch hier vor allem die feuchtwarme Konstitution der Betroffenen, die um das 10. Lebensjahr herum zu feuchtwarmen Entzündungen führt. Ähnlich muss man sich die Frühlingsgefühle vorstellen bei der de Quervain, dieser Hoffnung auf Leben, die die warme Jahreszeit mit sich bringt, und die Stockung, die psychosomatisch eintreten kann, wenn dieses Versprechen aus verschiedenen Gründen im Alltag nicht erfüllt werden kann.

Das Hals-Chakra

Es ist heute in Europa schwierig, sich nicht mit asiatischen Heilmethoden auseinanderzusetzen. Die eingeengte Sichtweise, die in unserer modernen Medizin entstanden ist, verlangt es, sich weiter zu orientieren und sich dabei nach Informationen in Hochkulturen umzusehen, die nicht wie die unsrige früher religiös-ideologisch bereinigt worden sind. Im indischen Ayurveda liegt die Schilddrüse nicht nur am Hals, sondern in der Mitte eines sich harmonisch drehenden Energiewirbels, der trichterförmig die Weltenergie, das Prana, auffängt, es umwandelt und im Bereich des Nackens wieder ausscheidet. Dieser Energiewirbel ist einer von sieben und wird gemeinhin als Hals-Chakra bezeichnet. Gut funktionieren kann er nur im Zusammenspiel mit den anderen. Für sich betrachtet, ist er für Kommunikation zuständig zwischen den höher und den tiefer gelegenen Chakren, aber auch zwischen dem Innen und dem Außen. Der Hals ist auch unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten die uhrglasförmig verdünnte Verbindung zwischen der von den Nervenzellen des Gehirns regierten Kopfpartie mit den Sinnesorganen und dem von den Nervenzellen des Bauchraums regierten Körpers, der für den Stoffwechsel und die Bewegung, vor allem aber auch Instinkte und Gefühle zuständig ist. Oben ist das Yang, sagen die Chinesen, unten das Yin. Oben ist das Denken, meint der Wissenschafter, und unten das Fühlen. Die Schnittstelle des Halses aber vermittelt zwischen beiden, und hier besonders eine große Hormondrüse, der zwei Kräfte zur Verfügung stehen.

Einerseits jene, mit den Botenstoffen T3 und T4 den Stoffwechsel anzutreiben zu können und damit dem Menschen zu Aktivität und Selbstentfaltung zu verhelfen. Und andererseits mit den Botenstoffen Parathormon und Calcitonin die Bewegung wichtiger Mineralien zu regeln, die dem Körper Härte und Halt vermitteln, und zusätzlich an zentralen Stellen im Stoffwechsel stehen, an denen Leistung gefragt ist: Kalzium und Phosphor. Über diese beiden Mineralien wird der Naturheilkundler schon oft sinniert haben, denn sie sind es ja vor allem, die es uns erlauben, zu starken, Haltung bewahrenden, Kraft ausübenden, fühlenden, betriebsamen Wesen zu werden. Knochen und Bindegewebe geben die Struktur vor, die von unseren Muskeln bewegt werden, und diese beiden Reiche der Statik und der Dynamik werden von Kalzium- und Phosphationen regiert, die mal stabil in Trägermasse eingebaut, mal im Blut und Gewebssaft beweglich sind. Je nachdem, wie viel Kalzium innerhalb oder außerhalb der Zellen sind, fühlen wir uns wach oder müde, ruhig oder aktiv, ängstlich oder stark. Hier wird die Schilddrüse zu einer mächtigen Spielerin in Bezug auf unser Erleben, unser Lebensgefühl. Sie kann ausgleichen und regulieren zwischen dem, was uns der Verstand sagt und dem, was das Gefühl diktiert. Sie wirkt als Vermittlerin zwischen der Vernunft, wo die Pflicht und das Realitätsbewusstsein angesiedelt sind, und unseren Bedürfnissen und Sehnsüchten, die aus dem Bauch kommen. Nur wenn beides durch eine gesunde Schilddrüse miteinander in Harmonie gebracht wird, können wir innerlich ankommen und uns verwirklichen. „Harmonie“ kommt aus dem Altgriechischen und heißt Zusammenklang, eine Schwingung, die in uns Wohlgefühl hervorruft. In Indien geht es hier um die Weltenergie, die überall zu finden ist und die vom Einzelnen als Lebensenergie genutzt werden kann. Sie strömt über die Chakren in den Körper ein. Diese drehen sich davon, und Harmonie heißt hier, dass diese Drehung mit der dem Einzelnen angepassten Intensität passiert. Krankheit kann hier zum Zuviel und zu Wenig werden. Auf die Schilddrüse bezogen kennt man Krankheiten, wo sich das Hals-Chakra zu schnell bewegt wie beim Morbus Basedow, dem autonomen Adenom und dem Stadium der akuten Entzündung, bei dem Gewebe untergeht und zu viel Schilddrüsenhormon in den Körper geschwemmt wird wie bei der akuten Hashimoto-Thyreoiditis. All das sind Krankheiten, die mit „innerer Hitze und Feuchtigkeit“ in Verbindung stehen, also Herzklopfen, Hitzegefühl, Schwitzen, Ängste usw. Heilbestrebungen gehen hier darin, zu kühlen und zu trocknen, um einen Ausgleich herbeizuführen, wodurch sich das HalsChakra langsamer, eben „harmonisch“ dreht. Dieses Bild ist vereinfachend, da wir die anderen Energiewirbel einfach ausblenden, aber die Richtung stimmt so. Dann gibt es Schilddrüsenkrankheiten, wo das Hals-Chakra energiearm ist. Die Weltenergie nicht aufnehmen kann, sich nicht dreht. Entweder durch harte Knoten oder durch Narben nach einer Entzündung. Und dann gibt es die Thyreoiditis de Quervain, die nicht ganz so leicht einzuordnen ist. Wir haben hier einen akuten Entzündungsvorgang, den man sich wie eine plötzliche Verstopfung der Energiekanäle vorstellen kann. Die Energie bleibt in der Schilddrüse stecken und führt zu einer plötzlichen Überhitzung und starken Befeuchtung des Gewebes, das sich entzündet. Das Resultat ist zweierlei. Einerseits geht dem Körper insgesamt Energie verloren, er kühlt auf einer Ebene aus. Die Vermittlung zwischen Oben und Unten funktioniert nicht mehr, Verstand und Gefühl entwickeln jeweils ein Eigenleben. Andererseits muss man im Halsbereich selbst einen Überschuss an Hitze und Feuchtigkeit konstatieren, die hier gefangen ist, sich zerstörerisch auswirkt. Hier muss gekühlt und getrocknet werden in einem kleinen Bereich, damit er wieder funktionsfähig werden kann. Das ist nicht leicht. Ruhe, und die aktivste Form der Ruhe, der Schlaf, vermögen hier einiges. Viele Menschen, die an einer de Quervain erkrankt sind, ziehen sich zurück, und in der Ruhe und durch das Abwarten erlauben Sie ihrem Körper, das Problem zu reparieren und den normalen Energiefluss im Körper wieder herzustellen. Wir verstehen jetzt unter diesem Gesichtspunkt auch, dass eine Arznei wie Aspirin vielen Menschen dabei hilft, die Thyreoiditis de Quervain zu überwinden. Die Kühlung, die durch diese kühlende und befeuchtende Arznei (Aspirin wird aus der Salicylsäure gewonnen, dem Stoff der wasserliebenden Bachweide, das erklärt die Wirkung) hervorgerufen wird, hat in der Schilddrüse im Regelfall eine schnell Wirkung, die den Schmerz zurückgehen lässt. Kaum ist die Entzündung zum Stillstand gekommen, erhöhen Schilddrüse wie auch der Körper insgesamt wieder ihren Energiefluss, und der Mensch wird rasch wieder gesund. Für junge und energiereiche Menschen ist es ein Kinderspiel, die vorübergehende Kühlung zu verkraften. Was aber, wenn die Kühlung durch Aspirin auf den Körper insgesamt zu stark ausfällt? Wenn dadurch Hitze und Feuchtigkeit aus der Magenschleimhaut ausgetrieben wird, indem diese zu bluten beginnt? Was, wenn der Körper durch Alter oder andere Krankheiten bereits energieleer und kühl geworden ist und durch Aspirin kraftlos wird und das Immunsystem blockiert? Nun können Krankheiten auftreten, die sich durch ein Zuviel an Feuchtigkeit und Kälte auszeichnen. Da wird es weit schwieriger, gesund zu werden, und dabei auch die Thyreoiditis de Quervain zu überwinden. Hier wird eine gute Arznei wie Aspirin zum Schädling, da man zu stark und auch falsch behandelt. Hier ist dann der Ort für andere Arzneien, die wir später im Einzelnen kennen lernen wollen. Einige davon stammen aus der asiatischen Medizin und sind aus dem dortigen Verständnis von Energiearbeit über die Chakren entstanden. Andere gibt es auch bei uns, und die Chakrenlehre hilft uns, ihre Wirkung besser zu verstehen.

Diagnose

Noch einmal zurück zur Schulmedizin und der näheren Feststellung der Krankheit. Man erkennt eine de Quervain relativ leicht, weil die Menschen, die darunter leiden, einen starken Schmerz der Schilddrüse spüren, der sie nicht mehr los lässt und über Wochen und Monate quälen kann. Also findet man den Weg zum Arzt, und wenn der ein Ultraschallgerät hat, sieht er gleich, dass sich unter der Entzündung dunkle, feuchte Stellen in der Schilddrüse ausgebildet haben, und registriert, dass die Schilddrüse geschwollen ist und Patientinnen schon den Druck des Ultraschallkopfes schwer ertragen können. Wenn Blut abgenommen wird, zeigt sich nicht viel, mit einer wichtigen Ausnahme: Die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSR) ist ungewöhnlich hoch. Man kann das selbst eindrucksvoll sehen, wenn man Blut in ein Röhrchen füllt und stehen lässt. Bei gesunden Menschen dauert es mehrere Stunden, bis sich der Blutkuchen am Boden des Röhrchens abgesetzt hat, und darüber das Serum als klare Flüssigkeit verbleibt. Bei der de Quervain findet dieser Vorgang stark beschleunigt innerhalb weniger Minuten statt. In der Tradition der Schulmedizin ist das ein alarmierendes Zeichen und spricht normalerweise für eine schwere Krankheit, meist entzündlicher Art. In diesem Fall haben wir es aber glücklicherweise mit einem zwar sehr quälenden, in den meisten Fällen aber bald wieder von selbst ausheilenden Leiden zu tun.
Beschwerden

Was spürt man von der Thyreoiditis de Quervain?
Schmerzen vorne am Hals im Bereich der Schilddrüse Die Schilddrüse ist druckschmerzhaft Man findet geschwollene, ebenso druckschmerzhafte Lymphknoten in der Nähe der Schilddrüse Nervosität, Ängstlichkeit, Herzklopfen, Schlafstörungen Schwäche, Trägheit Abgeschlagenheit, Depression

Welche andere Krankheiten sind möglich?
Eine wichtige Frage. Bevor wir an die Behandlung eines „verstopften Hals-Chakras“ gehen können, sollten wir nicht vergessen, zwei ähnliche Krankheitsbilder auszuschließen, für die man andere Heilmittel einsetzt.

Die eitrige Schilddrüsenentzündung
Es handelt sich hier um eine Entzündung durch Bakterien, die Abszesse bilden und in einer Blutvergiftung münden kann. Bei der Laboruntersuchung im Blut findet man ein positives creaktives Protein (crP), ein typischer Laborwert für bakterielle Infektionen. Durch ein Antibiotikum kommt es hier zu einer raschen Beschwerdelinderung. Ich finde diese Behandlung mit Antibiotika gut, und das auch aus naturheilkundlicher Sicht, denn besonders die vom Penicillin abgeleiteten Antibiotika sind ja von Lebewesen gebildet worden, um Schädlinge abzuwehren. Das ist physiologisch und wird damit auch einem Lebewesen wie dem Menschen gerecht, das gerade im Abwehrkampf gegen Bakterien steht und diesen mit seinen eigenen Mitteln nur unzureichend bestreiten kann. Hier können sanfte Arzneien mitunter wirken, aber ein starker Helfer wie das Antibiotikum ist in dieser Situation am Ehesten angezeigt.

Die Hashimoto-Thyreoiditis
Diese Krankheit ist weit häufiger als die de Quervain, kann ihr aber bei flüchtiger Betrachtung sehr ähneln. Man fühlt sich in der akuten Entzündungsphase der Hashimoto nervös, ängstlich und gereizt, was später in Abgeschlagenheit, Depression und Schwäche münden kann. Man sieht Entzündungszeichen und manchmal spürt man auch die Schilddrüse, als Druck am Hals oder als Schmerz, allerdings weit weniger stark als bei der de Quervain. Die Lymphknoten sind nicht geschwollen. Man findet in den meisten Fällen Autoantikörper, und erkennt dann, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, die meist die ganze Schilddrüse erfasst hat. Über dieses Thema habe ich viel geschrieben, zuletzt in meinem Buch „Hashimoto Healing“. Man kann die in diesem Buch geschilderten Vorgehensweisen bei der Hashimoto alle auch bei der de Quervain versuchen, darf aber nicht vergessen, dass sich die Krankheitsbilder besonders aus psychosomatischer Sicht stark unterscheiden. Die Hashimoto ist eine heimliche Krankheit. Sie wirkt im Verborgenen, weil der Mensch, der an ihr erkrankt ist, die Heilung innerlich auf einen späteren Tag verschoben hat. Er wartet auf eine Veränderung der Lebensverhältnisse, die es ihm in Monaten, Jahren oder Jahrzehnten erlauben könnte, die Krankheit wieder auszuheilen. Das passiert im Regelfall auch, bevor die Schilddrüse zerstört ist, und das ganz von allein. Aber eben nicht innerhalb von Wochen, sondern in viel größeren Zeiträumen. Ein anderer Unterschied ist der, dass die Hashimoto-Thyreoiditis eine Autoimmunerkrankung ist, bei der die Schilddrüse in ihrer Funktion einer Form des Selbstzweifels unterliegt. Wenn es nach dem erkrankten Menschen geht, würde sich die Schilddrüse durch die Entzündung auflösen und einfach verschwinden. Diese besondere Form der Autoaggression ist einem Menschen mit der Thyreoiditis de Quervain fremd. Er formuliert mit seiner Krankheit eine Stockung in seinem Leben, bei der die Schilddrüse vorübergehend befallen ist, und keinen grundlegenden Zweifel über den Lebenslauf. Hier können Heilmittel sehr rasch und nachhaltig helfen.

Konventionelle Behandlung

Sie ist – wie gesagt – nur selten hilfreich, mitunter auch gefährlich. Sie bekommen beim Kassenarzt, da Sie ja Schmerzen am Hals haben, als erstes Aspirin oder Ibuprofen. Hat das nicht geholfen, gibt es Cortison. Ist auch das wirkungslos, weiß man nicht mehr, was man machen soll. Entweder man erhöht die Dosis, woraufhin Sie vermehrt die Beschwerden entwickeln, die in den Beipackzetteln stehen. Oder es wird im Medikamentenschrank in andere Schubladen gegriffen. Beispielsweise kann ja sein, so die Denkweise des Kassenarztes, dass Sie nervös und ängstlich sind und Herzklopfen haben, weil die bei der Entzündung zerstörten Schilddrüsenzellen unkontrolliert Hormon ins Blut freigeben, was eine Form der Schilddrüsenüberfunktion vorspiegelt. In Amerika bekommen Sie deshalb gleich Betablocker bei der de Quervain, um diese Wirkung zu bremsen. Bei uns kann es sein, dass man einen Schilddrüsenblocker verschreibt, der die Bildung von Hormon in der Schilddrüse hemmt, oder ganz im Gegenteil LThyroxin, einen synthetischen Ersatz von Schilddrüsenhormon in Form einer Tablette, der die Schilddrüse antreibt. Beides ist unnötig und eher störend als hilfreich, vor allem, wenn diese Therapie dann ohne Grund lebenslang weiter durchgeführt wird, wie ich es in meiner Praxis häufig sehe. Es ist unglaublich, wie häufig Menschen ohne wirkliche Indikation dazu gebracht werden, L-Thyroxin als Arznei einzunehmen, und wie viele davon auch geschädigt werden.

Die Hoffnung bei allen diesen Maßnahmen ist es, dass man durch diese Pharmaka eine Stabilisierung der Krankheit erreicht, zumindest solange, bis sie von selbst ausgeheilt ist. Sollte diese Heilung nicht eintreten, werden Sie höhere Dosierungen dieser Arzneien oder ein Achselzucken erleben und fortan womöglich selbst mit den Beschwerden zurechtkommen müssen. Oder sich, der sie so viele Arzneien so brav geschluckt haben, irgendwann einmal selbst fragen, ob Sie all das brauchen. Und wenn die Antwort negativ ausfällt, einfach alles absetzen. Aber wenn dann noch Beschwerden bestehen, was machen Sie dann? Hier einige Vorschläge dazu.

Ganzheitliche Möglichkeiten

In diesem Infoblatt erwartet Sie eine Fülle von Arzneien, die Sie nicht alle ausprobieren müssen. Einige davon, die mir bekannt sind, möchte ich Ihnen nun schildern, wobei ich mich auf jene beschränke, die preisgünstig sind, und die Sie rezeptfrei beziehen und ohne Risiken selbst anwenden können. Welche der hier genannten Möglichkeiten zur Anwendung kommen, müssen Sie aber selbst entscheiden. Ihr Vorgehen hängt vom Erfolg einzelner Arzneien ab, die Sie probiert haben. Alle hier genannten Arzneien können im Übrigen auch kombiniert zum Einsatz kommen. Sie führen die Behandlung also je nach Erfolg fort, am Besten, bis Sie gar keine Beschwerden mehr haben, und etwa zwei weitere Wochen nach Eintreten von Beschwerdefreiheit, um auch die Ausheilung nachhaltig zu gestalten.

Ferrum phosphoricum
Die erste Arznei, die ich Ihnen ans Herz legen möchte, ist Eisenphosphat in homöopathischer Zubereitung. Luft ist das größte Lebenselixier, Sauerstoff der Treibstoff für den Stoffwechsel. Er gelangt durch das im Blut enthaltene Eisen in den Körper. Eisen vermittelt uns das warme und feuchte Element der Luft, den Atem des Schöpfers, der es uns erlaubt, in Verbindung mit dem kühlen und trockenen Element Erde ein lebendiges Wesen zu schaffen, das sowohl warm wie auch kalt, und feucht wie trocken sein kann. Eisen schenkt uns Kraft. Es ist auch jenes Element, das vom Immunsystem im Abwehrkampf gegen Eindringlinge im Körper wie eine Waffe gebraucht und dabei verbraucht wird. Eisen ist deshalb auch jenes Element, das bei den Überhitzungsreaktionen des Körpers, den Entzündungen, zur Heilung besonders nützlich ist. Es hilft den Zellen des Immunsystems bei der Arbeit des Umbauens, Abbauens und Reparierens. Diese Verhältnisse erklären, warum homöopathisch verdünntes, energetisiertes Eisen wie das Schüßler-Salz Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12 eine so große Wirkung bei den meisten Entzündungen zeigen kann. Wenn Sie beispielsweise Zahnschmerzen haben, weil ein Zahn aus dem Kiefer herauswächst, ein natürlicher Vorgang, der gleichwohl zu einer schmerzhaften Entzündungsreaktion führen kann, werden Sie schon mit einigen Tabletten Ferrum phosphoricum, hintereinander gelutscht, schnelle Abhilfe erleben und dabei begreifen, welche Macht eine gut gewählte homöopathische Arznei entfachen kann. Ähnlich rasche Wirkungen sieht man bei den meisten viralen Infekten, zumindest solchen, die vom Immunsystem auch bewältigt werden können. Durch die Gabe von Ferrum phosphoricum läuft die Heilung viel rascher, oft innerhalb weniger Minuten, ab, bevor sich der Infekt überhaupt richtig ausbreiten kann. Schlechter wirkt Ferrum phosphoricum bei bakteriellen Infektionen oder anderen starken Eindringlingen, gegen die das Immunsystem keinen rechten Rat weiß. Hier wird es durch Ferrum phosphoricum gestärkt werden, doch häufig reicht die Wirkung des Schüßler-Salzes nicht aus und es muss dann zu einem Antibiotikum gegriffen werden.
Wie ist die Situation bei der Thyreoiditis de Quervain? Günstig. Man kann nicht erwarten, dass ein so heftiges Krankheitsbild innerhalb weniger Minuten verschwindet. Aber wenn Sie über mehrere Tage hinweg 20 Tabletten täglich lutschen, und zwar hintereinander und über den Tag verteilt, werden Sie häufig einen raschen Rückgang der Krankheit erreichen können. Warum? Weil Eisen eben nicht nur entzündungshemmend ist, sondern auch Träger der Energie des Sauerstoffs. Und so kann es auch eine energetische Blockade im Gewebe innerhalb von kurzer Zeit wieder auflösen und dadurch Heilung ermöglichen.

Weitere Schüßler-Salze
Wenn die Wirkung der Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12 nicht so wirksam war, hat das aus naturheilkundlicher Sicht immer einen Grund. Diesen werden Sie bei der Eigenanwendung nicht so leicht selbst aufspüren können. Denken Sie aber an dieser Stelle schon mal an den
Eisenmangel Die energetische Form des Eisens, die durch das Schüßler-Salz präsentiert wirkt, reicht bei Eisenmangel nicht aus, weil der organische Widerpart im Körper fehlt. Hier kann man verschiedene Strategien entwickeln, um der Nr. 3 trotzdem zur Wirkung zu verhelfen. Das kann auf energetischer Ebene geschehen, indem man andere Metalle, die für den Eisenstoffwechsel Bedeutung haben, energetisch als Schüßler-Salz anbietet. Diese Kur würde folgend aussehen:

  • Nr. 3 Ferrum phoshoricum D12
  • Nr. 17 Manganum sulfuricum D6
  • Nr. 33 Molybdenium metallicum D6
  • Nr. 35 Vanadium metallicum D6

je 5 Kügelchen dieser Arzneien in ein Glas heißes Wasser eingerührt und schluckweise leer getrunken.
Diese Zubereitung stärkt die Wirkung von Ferrum phosphoricum und hat in manchen Fällen einer Therapieresistenz geholfen. (Warum werden die Schüßler-Salze hier als Kügelchen angeboten? Weil es nach heutigem Stand die Nr. 33 und Nr. 35 noch nicht als Schmelztabletten gibt.) Oder man kann auch Eisen organisch zuführen, zum Beispiel in Form von Floradix Kräuterblut, 3 Kapseln täglich. Es handelt sich hier um ein bekömmliches Eisenpräparat, das aus eisenhaltigen Pflanzen hergestellt und durch Fruchtsäuren aktiviert wird.
Immunschwäche Ferrum phosphoricum reicht oft bei Immunschwäche aufgrund anderer Ursachen nicht aus, um eine deutlich entzündungshemmende Wirkung im Körper zu entfalten. Diese Immunschwäche kann auf mineralischer Ebene mit Schüßler-Salzen aktiviert werden, mit denen weitere Metalle zugeführt werden, die ein gesundes Immunsystem zum Funktionieren braucht. Sie denken an diese Kur bei genereller Infektneigung, also bei einer Serie von unklaren Erkältungskrankheiten und einer Entzündungsneigung, die der de QuervainThyreoiditis vorausgegangen sind, und das besonders in Fällen, in denen ein Eisenmangel ausgeschlossen wurde.
Folgende Kur hat sich hier bewährt:

  • Nr. 3 Ferrum phosphoricum D6
  • Nr. 17 Manganum sulfuricum D6
  • Nr. 19 Cuprum arsenicosum D6
  • Nr. 21 Zincum chloratum D6

Man nimmt je 10 Tabletten täglich über drei Tage und überprüft dann die Wirkung auf die Schmerzen in der Schilddrüse.
Weitere Möglichkeiten, mit Schüßler-Salzen bei dieser Krankheit zu arbeiten, ergeben sich aus anderen Krankheiten oder Funktionsstörungen körpereigener Mineralien. Hier müssen Sie als Einsteiger gedanklich tiefer gehen und finden beispielsweise in meinem Buch „36 Schüßler-Salze richtig anwenden“ weitere Hilfen.

Schilddrüsenmassage
Ich halte es generell für eine gute Idee, zum Zweck der Überwindung von Krankheiten selbst Hand anzulegen. Eine uralte Tradition verlässt sich hier leider viel zu häufig auf Hilfe von außen. Schon das Kind, das mit einer Verletzung zur Mutter läuft, die dann mit ihrer Hand durch Reiben die Schmerzen weg macht, wäre hier ein Beispiel. Oder die Hexen und weisen Frauen, die früher dadurch einen Bann lösen konnten, dass sie mit den Fingern über kranke Körperregionen strichen. Davon erhalten haben sich die unzähligen Masseure, Reiki- und Chirotherapeuten, die die ihnen eigene Körperenergie dazu benutzen, um bei Patienten kranke Körperteile wieder gesunden zu lassen. Das sind alles ehrenwerte Therapieformen. Prinzipiell aber hilft es nach meiner Meinung stärker, wenn man selbst mit seiner Hand Kontakt mit der Region aufnimmt, die nach Hilfe schreit. Schon, um die Sachlage emotional besser zu verstehen. Um eine Massage auch einfühlsam und bekömmlich selbst gestalten zu können. Um der Schilddrüse in Ihrem Fall zu sagen: Ich komme, um Dir Gutes zu tun, um Dich von dieser Krankheit zu befreien. Schon das allein ist viel wert. Darüber hinausgehend ist die Wirkung einer medizinischen Massage aber unstrittig, denn sie erhöht die Durchblutung von Gewebe und fördert den Lymphabfluss, wodurch das kranke Organ bei seiner Gesundung unterstützt wird.

Direkte Massage
Sie massieren den linken Lappen der Schilddrüse mit zwei Fingern der rechten Hand und den rechten Schilddrüsenlappen mit zwei Fingern der linken Hand. Sie benetzen die Fingerspitzen vor der Massage mit dem entsprechenden Öl, und befeuchten die Fingerspitzen auch zwischendurch wieder mit diesem Öl, um möglichst große Mengen davon in die Haut einzumassieren und dadurch bis an die Schilddrüsenkapsel heranzubringen. Sie berühren die Schilddrüse sanft, versuchen Sie zu ertasten und üben einen leichten Druck auf sie aus. Sie wollen die Durchblutung dadurch erhöhen und auch einen Anreiz für den Abfluss gestauter Lymphe bieten. Diese Massage wird auf jeder Seite etwa 5 Minuten lang durchgeführt.

Königskerzenöl
Diese Pflanze gilt in der Volksmedizin als besonders geeignet für Erkrankungen der Atemorgane, aber auch zur Lokaltherapie im Bereich des Halses und der Gegend des Kehlkopfes bei Entzündungen. Man hat früher wahrscheinlich sehr häufig eine de Quervain auf diese Weise behandelt, da diese Therapie bei Schwellung der Halslymphknoten etabliert war. Auch ich habe damit bei meinen Patienten gute Erfolge. Die hoch strebende, königliche Pflanze verkörpert wie wenig andere das Element Luft, strebt der Sonne entgegen und vermittelt in ihrer Form und Haltung Stolz und Selbstgewissheit. Dieses Öl hilft Ihnen, wieder stärker in Ihre Mitte zu finden, und auf die eigenen Fähigkeiten und Gaben zu vertrauen.

Borretschöl
Das Öl wird aus dem Samen dieser beliebten Gartenpflanze gewonnen, das Sie vielleicht als „Gurkenkraut“ kennen, und das früher eine häufige Salatbeigabe war, bevor man entdeckte, dass ihre Blätter relativ viel Pyrrolizidinalkaloide enthalten, die in großer Menge die Leber belasten können. In den Samen ist davon nichts nachzuweisen, weshalb Sie hier keine Befürchtungen haben müssen. Dafür gibt es jede Menge des entzündungshemmenden Vitamins C, an Gerbstoffen, Schleimstoffen, Harz und Kieselsäure – alles Substanzen, die für die Überwindung von Entzündungen hilfreich sein können. Deshalb wurde dieser Pflanze früher auch die Fähigkeit zugeschrieben, erbitterte Menschen wieder fröhlich zu machen, sie wieder aus der inneren Erstarrung in das Leben zurückzuholen.
Versuchen Sie einmal am Tag über wenige Minuten die Schilddrüse sanft mit einem dieser beiden Öle einzumassieren. Es wird dadurch bald eine Linderung der Schmerzen zu verzeichnen sein, und der Heilungsverlauf kann damit angeschoben werden. Es ist dabei nicht so wichtig, in welche Richtung Sie massieren und welche besonderen Tricks Sie dabei anwenden. Hauptsache, Sie machen es selbst und sind sanft und streichen das Öl dort ein, wo Sie am Hals Schmerzen haben.

Auflagen, Wickel und Temperaturanwendungen
Alles, was Entzündungen durch physikalische Wirkung lindern kann, ist hier gefragt und kann genutzt werden. Die Schilddrüse liegt frei am Hals, und es ist gut, entzündungshemmende Heilmittel, Kälte oder Wärme direkt in ihre Nähe zu bringen. Der erste Schritt, bevor Sie mit Auflagen oder Wickeln arbeiten, ist der Test, ob nun Wärme oder Kälte auch wirklich eine Linderung bringt. Man kann das bei der de Quervain im Vorhinein nicht sicher sagen, da Ihre individuelle Konstitution in diesem Fall mit der Krankheit selbst zusammentrifft. Diese ist ohne Zweifel eine Form innerer Hitze. Doch ob das Auflegen von warmen Wickeln dann auch wirklich hilfreich ist, kann man erst sagen,wenn man weiß, wie es mit Ihrer inneren Hitze und Feuchtigkeit insgesamt bestellt ist. Die meisten Menschen mit Schmerzen führen zu ihrer Linderung Wärme zu. In Form eines Heizkissens oder Kirschkernkissens oder dergleichen. Sie machen das über mehrere Tage und es wird alles schlimmer, aber das interpretieren diese Unglücklichen dann häufig ganz anders. Sie sagen: Obwohl ich jeden Tag eine warme Auflage gemacht habe, ist alles nur schlimmer geworden. Nein, so wollen wir hier nicht arbeiten, wir wollen hier gedanklich klar bleiben. Wenn Sie einmal ein heißes Kissen aufgelegt haben und danach sind die Schmerzen schlimmer geworden, dann machen Sie das nie wieder. Denn es schadet Ihnen in diesem Fall, und es wäre klüger, wenn Sie eine Eispackung auf die Schilddrüse legen würden.

Nach meiner Schätzung ist eine Eispackung in 70% der Fälle lindernd, während Wärme bei der de Quervain meistens schadet. Das heißt nicht, dass Sie nicht dem Körper selbst Wärme zuführen können oder das sogar sollen. Wenn man krank ist, ist man oft innerlich schwach, kraftlos und kühlt dabei aus. Da kann ein heißes Bad Wunder wirken. Und das würde ich hier auch tun, wenn auch vielleicht zuerst nur als Test. Sie legen sich in ein heißes Körperbad für zehn Minuten und ruhen daraufhin im Bett nach und überprüfen: Was hat das für meine Schilddrüse gebracht? Habe ich weniger Schmerzen? Oder mehr? Oder ist der Schilddrüsenschmerz davon unbeeinflusst geblieben? Wenn Sie eine Linderung durch Körperwärme erleben, können Sie dann in der Folge auch vorsichtig und über wenige Minuten eine Rotlichtbestrahlung des Halses machen oder direkt ein Wärmekissen auflegen. Nicht aber vorher. Und es ist nicht gesagt, dass die Lokaltherapie erfolgreich ist, obwohl Ihnen ein heißes Bad Linderung gebracht hat. Wenn aber tatsächlich eine warme Auflage eine Besserung erreicht, dann sollte man dabei bleiben und häufig Wärme zuführen. Denn dann kann innerhalb weniger Tage die de Quervain einfach verschwinden, weil die Mehrdurchblutung der Schilddrüse in der Wärme so aktivierend auf die Heilung wirkt, dass diese stark beschleunigt abläuft. Diese Überprüfung der Sinnhaftigkeit warmer Auflagen durch ein heißen Bad entscheidet übrigens auch über die Frage, ob Sie bei dieser Erkrankung einen Schal tragen sollen – instinktiv neigt man ja dazu – oder den Hals offen lassen und der Kälte preisgeben. Wie gesagt: In 70% der Fälle ist es besser, keinen Schal zu tragen.
Ich halte, wenn Sie eine Kälteanwendung machen wollen, sehr viel von Quarkwickeln. Normaler Speisequark, keine Magerstufe, gerne auch aus dem Supermarkt. Direkt ein Klacks mit dem Esslöffel genommen, auf die Schilddrüse gelegt, ein Tuch herum gebunden und abwarten, bis er eingetrocknet ist, dann abwaschen. Am Besten machen Sie das mehrere Tage lang abends vor dem Einschlafen und überprüfen dabei, was sich bei der de Quervain dadurch tut.

Homöopathische Möglichkeiten
Als weitere Möglichkeit, eine de Quervain auf energetischer Ebene zu beeinflussen, sehe ich die Homöopathie, die über viele Jahrzehnte hinweg die Erfahrungen mit einzelnen Heilmitteln der Natur gemacht und aufgezeichnet hat und deshalb auf einer wissenschaftlichen Basis sagen kann, welche Arzneien schon bei Schmerzen am äußeren Hals im Bereich der Schilddrüse geholfen haben. Das Bild der Heilmittel ist hier bunt und etwas unübersichtlich. Ein kleines Repertorium der Symptome und dazu passenden wichtigsten Arzneien will ich Ihnen hier vorlegen. Wählen Sie eines der folgenden Mittel, wenn sich die Schmerzen am Hals verstärken durch: Berührung: Lachesis Bewegung des Halses: Colchicum Gähnen: Platinum Schnäuzen: Mercurius Drücken der Lymphknoten: Barium carbonicum Kauen: Zincum metallicum
Wenn Ihnen so ein Zusammenhang aufgefallen ist, versuchen Sie einmalig 5 Kügelchen der passenden Arznei in der Stärke D12 und überprüfen, ob in der Stunde danach die Schmerzen deutlich zurückgegangen sind. Ist das dann der Fall gewesen, wiederholen Sie die Gabe dieser Arznei bei jeder erneuten Verschlechterung der Schmerzen.

Psychotherapeutische Akutintervention
Wenn Sie mit den Rezepten der Naturheilkunde, die in diesem Buch genannt werden, nicht weiterkommen oder sie auch gar nicht versuchen wollen, dann will ich Ihnen abschließend dazu raten, wenigstens das Konzept eines blockierten Hals-Chakras aufgrund einer psychosomatischen Ursache zu berücksichtigen, und Ihnen dann dazu raten, mit dem Sprechen über Ihre Gefühle zu beginnen. Sie Wort und damit Fakt werden zu lassen. Wählen Sie als Ihr Gegenüber dabei am Besten eine Person, die eine Ausbildung in der Psychotherapie gemacht hat, und nicht Ihren Friseur oder Masseur oder beispielsweise Ihren Steuerberater. Auch eine gute Freundin kann mit dieser Situation eines Bekenntnisses oder einer Beichte oder einer Aufforderung zur Lebensberatung überfordert sein, schon weil sie häufig in das soziale Geflecht mit eingesponnen ist, in dem sich Ihre Krankheit entwickelt hat. Es geht hier aber auch gar nicht darum, eine große Therapie zu machen und über Jahre tief psychologisch zu schürfen und dabei Ihre Kindheit oder sogar vorhergehende Leben aufzuarbeiten, sondern schlicht und einfach um die Frage: Was könnte es sein, das mich in dieser Situation, in der die Thyreoiditis de Quervain ausgebrochen ist, verstummen ließ im Versuch, zwischen Kopf und Bauch zu vermitteln, und wie könnte dieser Versuch nun auf dem Weg zur Heilung trotzdem gelingen? Schauen Sie sich an, welche Lösungsvorschläge ein objektiver Betrachter bietet, wie das der Psychotherapeut sein kann. Und vielleicht bildet sich eine mögliche Lösung Ihres krankmachenden Konfliktes ja auch schon in Ihnen selbst aus, wenn Sie mit dieser Diskussion an die Öffentlichkeit zumindest eines Zuhörers treten und dabei auch automatisch selbst darüber nachzudenken beginnen. Eine Katharsis ist hier möglich und kann genauso grundlegend heilen wie alles andere, was wir bis jetzt besprochen haben. Ich wünsche Ihnen die Kraft und den Mut, es anzugehen und rasch wieder gesund zu werden!

[1] E. F. Zein et al.: Familial occurrence of painful subacute thyroiditis associated with human leukocyte antigen-B35. Presse Med. 2007 May;36(5 Pt 1):808-9. Epub 2007 Mar 23. PMID 17383147 11
[2] N. Ohsako et al.: Clinical characteristics of subacute thyroiditis classified according to human leukocyte antigen typing. J Clin Endocrinol Metab. 1995 Dec;80(12):3653-6.PMID 8530615 3 http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Infoframe/h/HLA Typisierung.htm 

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